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Ponte Dom LuĂs I
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Die Ponte LuĂs I, auch Ponte D. LuĂs I,cite-ref-1[1] oder einfach Ponte Luis Icite-ref-2[2] genannt, ursprĂĽnglich als Ponte LuĂz I bezeichnetcite-ref-3[3] ist im Wesentlichen eine Fachwerk-BogenbrĂĽcke ĂĽber den Douro zwischen Porto und Vila Nova de Gaia in Portugal. Die stärkere obere Ebene wird an beiden Uferseiten durch je eine BalkenbrĂĽcke, jeweils mit einem Pfeiler mittig unterstĂĽtzt, verlängert und fĂĽhrt die Stadtbahn, zweigleisig mit Oberleitung und beidseits je einen Geh-Radweg. Die etwa 45 m tiefer liegende untere Ebene ist weniger tragfähig, besteht nur aus einem Balken, gleich lang wie die Bogenspannweite. Dieser Balken ist viermal am Bogen abgehängt, bildet also eine HängebrĂĽcke. Eine Fahrbahn aus Beton oder Asphalt wird beidseits von Gehsteigen mit Riffelblech-Oberfläche begleitet.
Contents
• Name
• Beschreibung
• Geschichte
• Weblinks
• Einzelnachweise
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Name
Die BrĂĽcke ist benannt nach dem zur Zeit ihres Baus herrschenden König Dom LuĂs I, dessen Titel Dom ĂĽblicherweise seinem Namen hinzugefĂĽgt, aber meist mit „D.“ abgekĂĽrzt wird. Der Name der BrĂĽcke kommt in verschiedenen Schreibweisen vor; in der Literatur wird sie auch als Ponte de D. LuĂs bezeichnet.cite-ref-4[4]cite-ref-5[5]
Beschreibung
Die 1886 eröffnete Ponte LuĂs I ist die zweitälteste der noch existierenden BrĂĽcken ĂĽber den Douro in Porto, nachdem 1877 die EisenbahnbrĂĽcke Ponte Maria Pia etwa einen Kilometer flussaufwärts in Betrieb genommen wurde, ebenfalls eine Fachwerk-BogenbrĂĽcke, mit der sie oft verwechselt wird. Die Ponte Maria Pia war von Gustave Eiffels Unternehmen gebaut und weitgehend von seinem damaligen Partner ThĂ©ophile Seyrig entworfen worden. Seyrig hatte sich anschlieĂźend von Eiffel getrennt und fĂĽr das belgische Unternehmen SociĂ©tĂ© de Willebroeck die Ponte LuĂs I geplant.
Wenige Meter unterhalb der Ponte LuĂs I stand ihre Vorgängerin, die Ponte pĂŞnsil (portugiesisch fĂĽr HängebrĂĽcke), von der jetzt noch die als Pylon fungierenden beiden Obelisken neben dem nördlichen Torturm existieren.
Die Ponte LuĂs I hat zwei Fahrbahnebenen: Die untere Ebene ersetzt die frĂĽhere Ponte pĂŞnsil und dient dem Verkehr zwischen den ufernahen Stadtvierteln der Ribeira und des Cais de Gaia. Sie hat ihre Einfahrten in den TortĂĽrmen bzw. Pfeilersockeln des groĂźen Bogens. Ihre zwei schmalen Fahrspuren werden von zwei sehr schmalen Gehwegen eingefasst.
Die obere Ebene auf dem Bogen ist seit 2004 für die Stadtbahnzüge der Metro do Porto und den Fußgängerverkehr reserviert. Ihre Fahrbahnplatte kragt seitlich über den Bogen aus und bietet daher wesentlich mehr Platz als die untere Ebene. Sie diente ursprünglich dem Verkehr zwischen den hoch gelegenen Stadtvierteln. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts fuhr eine Straßenbahn über sie. Nach dem Bau der vierspurigen Ponte do Infante etwa 600 m flussaufwärts wurde die obere Ebene 2004 für den Straßenverkehr gesperrt.
Technische Einzelheiten
Die Brücke mit ihrem weit über die Hangbebauung ausgreifenden oberen Fahrbahnträger ist 385,25 m lang und rund 60 m hoch.
Die schmiedeeiserne, genietete FachwerkbrĂĽcke hat einen Zweigelenk-Bogen mit einer StĂĽtzweite von 172 m, die gleichzeitig auch die Länge der unteren Fahrbahn ist. Anders als bei der Ponte Maria Pia mit ihrem sichelförmigen, nach unten spitz zulaufenden Bogen hat der Bogen der Ponte LuĂs I unten, an den mächtigen TortĂĽrmen bzw. Pfeilersockeln, seine größte Konstruktionshöhe, die zum Bogenscheitel hin geringfĂĽgig abnimmt. Dadurch erhält der Bogen ein sehr solides Aussehen. Trotzdem stĂĽtzt sich der ganze Bogen (ebenso wie bei der Ponte Maria Pia) an jeder Seite auf zwei groĂźe, stählerne Lager an den in die Pfeilersockel integrierten Widerlagern. Die Pfeilersockel selbst, die den Bogen zu stĂĽtzen scheinen, spielen statisch fĂĽr ihn keine Rolle, sie tragen nur die auf ihnen stehenden Hauptpfeiler. Diese Gestaltungsweise wurde später mehrfach wiederholt, so z. B. bei der Hell Gate Bridge in New York und der Sydney Harbour Bridge in Australien.
Der obere Fahrbahnträger ist eine 5 m hohe Fachwerkkonstruktion, die im Bogenscheitel mit dem Bogen verschmilzt. Er wird von den beiden Fachwerkpfeilern auf den Tortürmen, einem Fachwerkpfeiler am südlichen und zwei kurzen Mauerwerkspfeiler auf den Felsen am nördlichen Hang sowie von je einer Stütze auf den Hüften des Bogens getragen. Die untere Fahrbahn ist mit vier Hängerpaaren am Bogen aufgehängt. Ihre fast mannshohen Geländer dienen in erster Linie zur Versteifung der Fahrbahn.
Die Brücke wog bei der Fertigstellung insgesamt 3045 Tonnen, davon entfielen ungefähr 1400 Tonnen auf den Bogen.
Geschichte
Die Regierung schrieb 1879 eine Brücke über den Douro mit zwei Fahrbahnebenen als Nachfolger der Ponte pênsil aus. Zehn renommierte Unternehmen, darunter Eiffel & Cie., reichten Angebote ein.cite-ref-6[6] Den Zuschlag erhielt die belgische Société de Willebroeck mit dem Entwurf von Théophile Seyrig, obwohl deren Angebot mit 369.000 Escudos deutlich teurer als das billigste Konkurrenzangebot mit 269.000 Esc. war.cite-ref-7[7]
Der Bau begann 1881. Wie schon bei der Ponte Maria Pia wurde der große Bogen im Freivorbau montiert mit Abspannungen an den provisorisch erhöhten Hauptpfeilern. Seyrig veröffentlichte eine detaillierte Beschreibung des Verfahrens in seiner Schrift Pont D. Luiz I° à Porto – Montage de l’arche principale.
Die BrĂĽcke wurde am 31. Oktober 1886 von König Ludwig I. von Portugal (Dom LuĂs I), dessen Namen sie trägt, eingeweiht. Sie gehört zum Gebiet der historischen Altstadt Portos und daher auch seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Weblinks
Commons
: Ponte Dom LuĂs I
– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
• Dom-LuĂs-I-BrĂĽcke. In: Structurae
• Ponte Luiz I auf der Website von Bernd Nebel
• A Ponte LuĂs I. In: Manuel de Azeredo: As Pontes do Porto, auf der Website der Faculdade de Engenharia da Universidade do Porto
• Théophile Seyrig: Pont D. Luiz I° à Porto. Montage de l'arche principale. Mémoire descriptif et calculs justificatifs. Imprimerie et Librairie centrales des chemins de fer, Paris 1884 (e-rara.ch [PDF]).
Einzelnachweise
cite-note-11. ↑ Vgl. die Tafel zum 100. Jahrestag neben dem Torturm der Brücke
cite-note-22. ↑ Auf den offiziellen Wegweisern ohne Akzent, vgl. Google Street View.
cite-note-33. ↑ Vgl. die Inschrift am Torturm der Brücke
cite-note-44. ↑ Ponte de D. LuĂs auf SIPA - Sistema de Informacao para o PatrimĂłnio ArquitectĂłnico
cite-note-55. ↑ Ponte de D. Luis auf der Website des Patrimonio Cultural
cite-note-77. ↑ Manuel de Azeredo: A Ponte LuĂs I.